Schon im Sommer diesen Jahres wurden wir, nach ganzen 10 Jahren, am 28. August 2020 mit einem neuen Spiel von Captain Tsubasa beschenkt. Als Captain Tsubasa: Rise of New Champions wurde das Spiel für die Nintendo Switch, den PC und die Playstation 4 von Tamsoft entwickelt und von Bandai Namco Entertainment herausgegeben. Wir hatten die Möglichkeit, dass Spiel ausgiebig auf der Playstation 4 zu testen. Wird Tsubasa sich auch hier in unsere Herzen kicken können? Das seht ihr im Review.

© Bandai Namco Entertainment

Wie jeder wissen sollte, handelt es sich bei diesem Spiel klassisch um ein Fußballspiel, welches mit Actionelementen und spektakulärer Akrobatik verbunden ist. Zusätzlich enthält es einige RPG-Elemente, aber was heißt das jetzt genau? Viele kennen Captain Tsubasa noch aus alten Zeiten, wo man sich nach der Schule dem Anime-Programm widmete, auch dort war Tsubasa vertreten, früher hieß der Anime „Die Superkickers“. Auch dort waren die Duelle schon legendär, sofern man sich an die besten Kicker erinnert, wie Genzo Wakabayashi oder die Tachibana-Brüder. Das Spiel knüpft ebenfalls an eine solche Geschichte an. In Rise of New Champions hat man allerdings zwei Storylines. Die eine Story handelt von der Nankatsu Mittelschule. In diesem wollen sich die Schüler der Nankatsu der Landesmeisterschaften stellen und diese ein drittes Mal gewinnen, dort treffen sie auf Gegner wie Hyuga, mit einem gewaltigen Schuss, oder die Tachibana-Brüder mit einem starken Zusammenspiel. Es ist also praktisch ein Spiel mit der Nankatsu Schule gegen die anderen Schulen, mehr oder weniger ein Nachspielen des Original. Die Story besteht aus verschiedenen Spielen, eben um diese Meisterschaft zu gewinnen. In den Spielen gibt es dann hin und wieder Cutscenes, die spezielle Dribblings oder Charakterinteraktionen zeigen. Es ist natürlich dementsprechend schwer, seine Aktionen fortzuführen, wenn diese durch eine Szene unterbrochen werden. Trotzdem fühlt sich das Spiel dadurch dynamischer an.

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Was ich genial an dem Spiel finde ist allerdings der zweite Storymodus. Im Modus „Eigener Held“ kann man sich einen eigenen Charakter erstellen und mit diesem in einer von drei Schulen ebenfalls die Spitze anstreben. Hierbei kann man sich zwischen den drei Schulen Toho, Misashi und Furano entscheiden. Neben den verschiedenen Einstellungen, wie Frisur, Augenfarbe und Statur, gibt es hier auch die Möglichkeit sich selbst und das eigene Team zu leveln. Die Attribute sind hierbei klassisch unterteilt, wie zum Beispiel Tempo, Kraft oder Technik. Diese Attribute werden nach den Spielen verstärkt, ebenso gibt es verschiedene Parameter, wie die Gesamtstärke des Teams und auch ein Teamlevel, welche zusätzliche Attributspunke für den Charakter bedeuten. Was den Spielspaß etwas trübt ist allerdings das Balancing einzelner Charaktere, da normale Spieler auf einen Gesamtwert von ungefähr 60 Punkten kommen. Für die Spielerstärke zählen alle Attribute des Spielers und deren Fähigkeiten, die ausgerüstet werden können, um den Spieler zu verstärken. Allerdings nützt eine Stärke von 60 nicht viel, wenn man gegen Spieler wie Tsubasa oder Hyuga antritt, denn diese weisen als Wunderkinder eine Stärke von 140 aus. So kann es auch passieren, dass ein Hyuga ohne Probleme Tore schießen kann, weil der Torhüter machtlos ist gegen einen überstarken Gegner. Ansonsten kann man sich selbst natürlich genauso verstärken, um auf einer Ebene zu spielen. Für gewonnene Spiele gibt es dann die Geldeinheit, womit man sich verschiedene Accessoires kaufen kann oder auch Charakterpakete, die dann den Freundeslevel des Charakters erhöhen. Denn der eigene Held lernt nur neue Tricks von anderen Spielern, wenn der Freundeslevel erhöht wurde. Ebenso kann der Held mit dem Team interagieren in Fragen vom Spiel, die mit verschiedenen Sprüchen beantwortet werden können und den Zusammenhalt des Teams stärken können. Bei dem Freundeslevel von anderen Spielern lernt der Held von Stürmern natürlich nützliche Dribblings und Schüsse und von Verteidigern gibt es Blocks. Auch die Spezialaktionen haben verschiedene Attribute, ob sie zum Beispiel ein starker Schuss sind oder ein sehr technikversiertes Dribbling. Spezialaktionen verbrauchen allerdings auch Ausdauer, ohne Ausdauer keine Spezialaktion. Diese füllt sich während des Spiels zwar auf, aber alle Aktionen verbrauchen Ausdauer. Man kann aber auch Ausdauer schneller auffüllen, durch das doppelte Ausdribbeln eines Gegners. Ebenso gibt es neben den regulären Fußballelementen, wie Steilpass oder Abwehrkette, auch Gruppenaktionen, die V-Zone genannt werden. Diese verstärkt für einen kurzen Zeitraum die Stärke eines jeden Spielers auf dem Feld.

© Bandai Namco Entertainment

Die Grafik ist ein ebenso nennenswerter Faktor im Spiel. Das Spiel verwendet Cel Shading und realistische Effekte. Das Cel Shading ist hierbei das Rendern von 3D-Animationen und Grafiken. Die Grafik wirkt im Spiel sehr natürlich und alle Spezialaktionen sind sehr farbenfroh und qualitativ hochwertig. Ebenso gab es, trotz Gewusel auf dem Platz, keine Einbrüche der Performance, es lief durchgehend flüssig. Auch die Cutscenes waren gut animiert, natürlich bewegten sich die Münder etwas plastisch, aber sonst waren die Szenen durchaus anschaulich gestaltet. Zu den Cutscenes gibt es nämlich auch noch eine Sprachausgabe auf Japanisch und Englisch. Man fühlt sich beim Spielen vollkommen in den Anime hineinversetzt. Ebenso gibt es eine gelungene Mischung aus 3D-Cutscenes, die auch den eigenen Helden einbeziehen, aber auch Cutscenes, die wie ein Anime gestaltet sind und klassisch auf 2D setzen. Wer die Geschichte des Spiels gerne öfters erleben möchte, dann ist das Archiv ebenfalls eine Möglichkeit, genau diese erneut zu erleben. Hiermit lassen sich auch selbst kleine Anime-Folgen basteln, durch das Abspielen der Szenen.

© Bandai Namco Entertainment

Die kleinste, aber doch feine, Komponente im Spiel ist der Sound. Das Musikstück im Menü ist relativ simpel, aber doch gut gelungen. Insgesamt ist es aber leider nur ein Track, welcher sich immer wieder abspielt, trotzdem empfand ich diesen nicht als störend, aber als nett. Nicht überragend, aber trotzdem gelungen. Was eher problematisch wurde, war die Steuerung. Die Grundsteuerung ist simpel, da eine Taste eine Aktion bewirkt, zum Beispiel der Pass bei dem Drücken auf die X-Taste. Aber zusätzlich muss man seine Spieler wechseln können, verschiedene Dribblings ausführen, Spielzugkombinationen auslösen können und die V-Zone aktivieren, welche sich auch gerne mal nicht aktiviert. Das Spiel ist denkbar ungeeignet, einfach so gestartet zu werden, man kann zwar am Anfang das Tutorial spielen, aber trotzdem dauert es seine Zeit, bis man das Spiel beherrscht. Glücklicherweise gibt es eine Trainingskategorie, in der man die schier unzähligen Kombinationen üben kann. Durch diese Steuerung wird das Spiel leider unnötig kompliziert und auch durch das Balancing phasenweise sehr schwer.

Fazit:

Captain Tsubasa: Rise of New Champions war ein lange ersehntes Spiel von mir. Schon mit Inazuma Eleven eiferte ich über den Platz mit spektakulären Schüssen und grandiosen Dribblings. So startete ich voller Vorfreude das Spiel und war begeistert von den verschiedenen Stories und auch den Auswahlmöglichkeiten, wie die Charaktererstellung oder die RPG-Elemente. Auch der Soundtrack blieb mir im Ohr, so dass ich mich echt auf dieses Spiel freute. Problematisch wurde dann aber das Spiel als solches. Die ersten Spiele waren noch schaffbar für einen Menschen, der nie Tutorials spielt. Aber die Spiele danach waren die reine Tortur. Ich erinnere mich an das Spiel gegen die Toho Mittelschule gegen den oben genannten Hyuga. Gegen diesen spielte ich vier mal, lag in jedem Spiel ein Tor in Führung, danach kam dann Hyuga dribbelte durch die Verteidigung mit Leichtigkeit und versenkte das Runde ins Eckige, ohne dass mein Torwart nur die geringste Gegenwehr aufbringen konnte, wie auch wenn Hyuga den dreifachen Basiswert meines Torwarts besitzt. Solche Erlebnisse verärgern einen schon am Anfang sehr, so dass ich echt auch nach einzelnen Spielen vor Frust pausieren musste. Sonst kann man an dem Spiel nicht viel aussetzen, Texturen sind gut getroffen, Cutscenes laufen flüssig und alle Elemente sind stimmig. Neben der Steuerung, dem Schwierigkeitsgrad hat mir etwas Dynamik in der Spielwelt gefehlt. Mehrfach habe ich das Spiel mit den Spielen der Inazuma Eleven-Reihe verglichen. Diese hatten eine große Spielwelt, in der man interaktiv reisen konnte, auch waren manche Programmpunkte einfacher zu erreichen. So hätte ich mir auch für dieses Spiel hübsch designte Orte vorstellen können, wo man vielleicht auch mit seinem eigenen Held in das Superkickers-Feeling eintauchen kann. Ansonsten ist das Spiel definitiv lohnenswert für Anime-Fans und fußballbegeisterte Superkicker. Alles in Allem ein solides Spiel.

Captain Tsubasa: Rise of New Champions

74%
74%
Fußballspaß für Anime-Fans!

Fazit:
In Captain Tsubasa: Rise of New Champions durchlebt man nicht nur die Geschichte der Landesmeisterschaft von Tsubasa und der Nankatsu Mittelschule, sondern erlebt auch die Geschichte des eigenen Helden und den Traum der Meisterschaften. Hierbei bieten sich einige RPG-Elemente und spannende Duelle. Wer schon die Superkickers toll fande, wird dieses Spiel sicherlich lieben, da es ,trotz Schwierigkeiten wie Steuerung und Schwierigkeitsgrad, viel Spaß macht. So kann man mit Freunden gemeinsam spielen oder auch seine Stärke in Online-Partien demonstrieren. In diesem Spiel kommt jeder sportbegeisterte Anime-Fan auf seine Kosten!

  • Geschichte
    8
  • Inszenierung
    8
  • Grafik
    9
  • Soundtrack
    7
  • Spielwelt
    5
  • User Ratings (0 Votes)
    0
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About Author

Schon als kleines Kind beschäftigte ich mich mit Videospielen und den klassischen Animes, wie Pokémon, Dragonball und weitere. Mittlerweile schaue ich eine Vielzahl an Animes. Meine Favoriten sind momentan My Hero Academia, Attack on Titan und The Seven Deadly Sins.

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